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Unsere Geschichte

Die Brauchtumspflege hat in unserem Heimatstädchen Linn, das heute ein Vorort von Krefeld ist, einen sehr hohen Stellenwert.

Eine Reihe von Leuten, die vorher in anderen Funktionen am Schützenfest, dass sich in Linn „Burg-, Trachten- und Heimatfest“ nennt, teilgenommen hatten, wollten weiterhin nicht abseits stehen. So hat man in den Geschichtsunterlagen gegraben und war auf eine Freiwillige Feuerwehr Linn gestoßen, die im Jahre 1892 gegründet wurde. Erste Spuren auf eine sich bildende Feuerwehr in Linn findet man allerdings schon im Jahre 1864. Ein derartiger Verein war bis dato nicht in der Brauchtumsszene vertreten und somit wurde im Jahr 2001 der Historische Feuerlöschzug Linn aus der Taufe gehoben. Im Augenblick sind wir 16 Mitglieder.

Sie sehen, wir sind noch ein ganz junger Verein. Aus diesem Grunde sind wir riesig froh, dass uns ein antiquarisches Buch aus dem Jahre 1899 durch Zufall in die Hände geraten ist, das heißt: Katechismus des Feuerlösch- und Feuerwehrwesens. In diesem Buch ist alles genauestens beschrieben, was den Aufbau- und Gliederung von Feuerwehren angeht, wie die Uniformierung und Ausrüstung auszusehen hat, Dienstvorschriften sind beschrieben, Löschgeräte und deren Handhabung in der damaligen Zeit, etc.. Dieses Buch wird also der rote Faden für unsere gemeinsamen Aktivitäten sein. Wir bemühen uns, das Feuerlöschwesen aus jenen Tagen, was Ausrüstung und Kleidung angeht, so authentisch wie möglich darzustellen. Zur damaligen Zeit trug die Freiwillige Feuerwehr in Linn, wie alte Fotos belegen, Preussische Uniformen.

Inzwischen konnte der Historische Feuerlöschzug Linn eine Feuerspritze käuflich erwerben. Über das genaue Alter dieser Spritze können wir keine Angaben machen. Es ist ein sogenannter Spritzenwagen mit einer Handkraftspritze. Das Baujahr schätzen wir so um 1860. Im Jahre 2001 wurde der Spritzenwagen restauriert. Er wird einspännig gefahren und bietet Platz für 4 Spritzenmänner. Die Handdruck-Spritze hat 2 Kolbenpumpen mit einem Windkessel. Für den Betrieb dieser Handkraft-Spritze wurden bei einem großen Löscheinsatz 6 - 8 Spritzenmänner benötigt. Es wurde mit einer Schlagzahl von 58 Schlägen pro Minute gepumpt. Nach 2 Minuten wurde die Mannschaft gewechselt. Der Wasserkasten fasst ungefähr 300 Liter. Er konnte fremdbefüllt werden, also durch Eimer oder andere Behältnisse oder über eine Saugleitung mit der Kolbenpumpe. Die Reichweite der Spritze beträgt etwa 20 Meter. Eine solche Spritze kam immer dann zum Einsatz, wenn die Feuerwehrmänner aufgrund der großen Hitzeentwicklung nicht nahe genug an das Feuer herankommen konnten. Eine solche Spritze war zur Bekämpfung von Großbränden nicht wirklich geeignet. Man konnte höchstens damit schlimmere Schäden verhindern. In den Statuten der ersten Freiwilligen Feuerwehr in Linn war im § 1 folgendes zu lesen:

„Der Zweck der Feuerwehr ist ein geordnetes Zusammenwerken bei Feuergefahr, um Leben und Eigentum der Bewohner von Linn und der Umgebung zu schützen.“

Die Feuerwehr war nach militärischem Muster streng organisiert, so gab es einen Feuerwehrhauptmann, eine Steiger-Mannschaft, eine Spritzen-Mannschaft und eine Ordnungsmannschaft, jeweils mit dem dazugehörigen Führungspersonal. Zur Alarmierung wurden 4 Signalbläser ernannt, die bestimmte Reviere erhielten und deren Pflicht es war, zunächst den Chef und den Führern das Alarmzeichen zu geben.

Damit nun ein sogenannter „Angriff“, denn so nennen die Feuerwehrleute das Vorgehen, wenn sie dem Feuer zu Leibe rücken, geordnet abläuft, gibt es genaue Kommandos, die von den Feuerwehrmännern genau beachtet werden müssen.


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